Fotoequipment Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie an der Bastei

Das richtige Fotoequipment für die Landschaftsfotografie

Fragt man verschiedene Landschaftsfotografen nach der richtigen Ausrüstung für die Natur- und Landschaftsfotografie, werden diese euch eine sehr lange Liste mit viele tollen und teuren Equipment vorschlagen. Doch was brauche ich wirklich?

Die Kamera

Fangen wir wohl beim wichtigsten in der Fotografie an, der Kamera. Ohne diese wird es klar schwierig sein ein Foto zu machen. Doch welche ist die Richtige, muss es eine Systemkamera, eine klassische Spiegelreflexkamera oder sogar eine Vollformatkamera sein? Hier kann ich euch beruhigen. Mit all diesen Kameras kann man ganz getrost tolle Landschaftsbilder aufnehmen. Die Unterschiede bei diesen Kameras sieht man erst in Extremsituationen oder wenn man seine Fotos später wirklich groß ausdrucken möchte (60cm oder noch mehr). Kritisch sind besonders Aufnahmen bei schwachem Licht oder in der Nacht. Bei diesen Lichtsituationen sieht man sehr schnell an der Bildqualität ob die Kamera ein Einstiegsmodel oder doch eines der teureren Modelle war.

Ich empfehle eine Kamera mit Wechselobjektiven, da man sich bei diesem System stetig erweitern oder verbessern kann ohne gleich eine neue Kamera kaufen zu müssen. Eure Kamera sollte zudem einen manuellen Modus haben, damit ihr alle Einstellungen selbst vornehmen könnt. Mit dem Intelligenten Modus (Automatik-Modus oder dem grünen Logo) schreibt euch die Kamera vor, was ihr zu tun habt. So sind viele Einstellungen nicht möglich und Ihr kommt nicht zum Ziel. In meinen Fotokursen kommt immer häufiger die Frage, ob ein Handy nicht auch dafür tauglich ist. Hier kommt es auf eure Handys an, aber alle neuen Geräte haben einen Kamera-Pro Modus. Dort könnt ihr alle Einstellungen treffen. Somit ist auch das Handy als Einstiegskamera geeignet.

Bist du dir unsicher, hilft ein Blick in die Anleitung eurer Kamera. Ist diese nicht mehr vorhanden, kann man dies auch im Internet schnell nachschauen.

Das Objektiv

Wie gerade schon bei der Kamera angesprochen lohnt es sich eine Kamera mit Wechselobjektiven anzuschaffen. Hier ist man flexibel und hat für jede Situation das richtige Objektiv. Doch gerade als Einsteiger hat man meist doch nur ein Objektiv und weitere Objektive sind teuer. Hier kann ich euch beruhigen. Selbst mit dem Standard Kitobjektiv (18-55mm) kann man sehr gute Fotos aufnehmen. Dies liegt daran, dass in der Landschaftsfotografie die Lichtstärke nicht das Wichtigste ist. Landschaften bewegen sich nicht wie es Menschen tun. Daher verwendet man häufig Blenden (F-Wert) von 8 oder 11 um einen hohe Schärfe zu erzielen.

Mit dem Kitobjektiv hat man mit den 18mm am unteren Ende der Brennweite gleich ein Weitwinkelbereich, welcher perfekt für weite Landschaften ist. Lediglich wenn man ein Motiv in der Ferne findet, wird man mit dem Kitobjektiv nicht glücklich. Dies liegt an den nur 55mm im oberen Bereich (dies entspricht in etwa dem Blick vom Menschlichen Auge). Die meisten meiner Landschaftsbilder habe ich allerdings in diesem Brennweitenbereich aufgenommen.

Sollte euch besonders der Zoom also der Telebereich interessieren, empfehle ich zu Beginn ein Reisezoom Objektiv (18-300mm) oder dann lieber sparen auf ein 70-200mm F2.8. Dies ist ein Teleobjektiv mit gutem Zoom und einer guten Lichtstärke. Mehr zu Objektiven findet ihr in meinem Blogbeitrag: Der Objektiv-Einstieg.

Das Stativ

In der Landschaftsfotografie wird man nicht um ein Stativ herumkommen. Ich höre jetzt schon wieder einige mahnende Stimmen, wenn ich das hier schreibe aber es gibt keinen wirklichen Landschaftsfotografen ohne Stativ. Man kann in vielen Situationen aus der Hand fotografieren oder die Kamera auf einen Stein stellen, auf den Boden oder dem Rucksack ablegen !!aber!! dies sind alles nur Kompromisse und keine wirklichen Lösungen. Ich rate hier auch gleich bewusst ab eines der 20 bis 30 Euro Plastik und Billigstative zu kaufen. Klar sind sie besser als kein Stativ aber sie stehen nicht wirklich stabil, sind nicht robust und nach einigen malen wird alles immer wackliger. Schaut euch in dem Bereich ab 65 Euro um, hier bekommt ihr einen guten Einstieg in den Stativbereich und werdet definitiv länger Freude daran haben.

Wer viel wandert oder auf Reisen mit seinem Stativ gehen will, sollte auch immer ein Blick auf das Gewicht legen. Besonders begehrt und leicht sind aktuell Carbon Stative. Jedoch ist Carbon noch immer fast doppelt so teuer wie das selbe Stativ aus Aluminium. In meinen Augen wichtiger als das Material ist der Kopf vom Stativ. Es gibt hier 3-Wege-Köpfe oder Kugelköpfe. Letztere bieten viel Komfort und sie lassen sich schneller und genauer mit einem Dreh einstellen. Meine Empfehlung geht hier auch klar zu dem Kugelkopf. Ein Klassiker ist z.B. das Rollei C5i aus Aluminium mit Kugelkopf (Preis ca. 80 Euro), dies war auch eines meiner ersten Reisestative. An dem Kugelkopf ist zudem auch eine kleine Wasserwaage für gerade Fotos integriert. Viele Kameras haben diese zwar meist schon integriert aber schaden tut es nicht.

Stirnlampe

Wenn man zum Sonnenaufgang geht oder vom Sonnenuntergang im dunklen nach Hause gehen will, kommt nicht wirklich um eine Lichtquelle herum. Eine normale Taschenlampe bietet auch im sehr günstigen Bereich gutes Licht aber man hat damit immer nur noch eine Hand frei um alles zu tragen oder um sich zu halten. Daher empfehle ich klar die Stirnlampe. Auf dem Kopf aufgesetzt hat man immer die Hände frei und hat immer in Blickrichtung sein Licht. Wenn man sich bei den Anbietern umschaut, stellt man fest, dass 100 Firmen eigentlich die selbe Lampe anbieten.

Eine Stirnlampe um die 20 Euro reicht hier locker aus. Ich würde darauf achten, dass man hier eine Stirnlampe mit einem Akku kauft und auch zur Not dort normale Batterien hineinlegen kann. Ich habe es viele Male bereits erlebt, dass Kollegen eine Lampe dabei hatten aber nach nur wenigen Metern war der Akku leer. Sie hatte einfach vergessen sie zu laden. Ich habe daher auch immer Ersatzbatterien dabei und kann so in einem Notfall von Akkubetrieb auf diese Batterien wechseln.

Rucksack

Ein Rucksack bietet Komfort und sorgt dafür, dass die Hände frei bleiben zum sichern und halten. Je nachdem wie viele Touren ihr macht und wie lang bzw. anspruchsvoll diese sind würde ich euch einen Trekking Kamerarucksack empfehlen oder einen Reinen Kamerarucksack. Erstere sind besonders gut für lange Touren und verteilen das Gewicht sehr gut. Auch nach einigen Stunden spürt man das Gewicht der Ausrüstung im Rucksack nicht. Das Gewicht wird hier auf das Becken und die Schultern verteilt. Ein reiner Kamerarucksack bietet viel Platz für Kamera und einige Objektive plus Zubehör aber sie haben oft keine Beckengurte oder nur dünne Gurte. Somit liegt das Gewicht häufig komplett auf den Schultern. Einfache Rucksäcke gibt es ab ca. 40 Euro, mit gutem Beckengurt ab 75 Euro.

Filter

Geliebt und gleichzeitig verhasst. Filter waren früher unverzichtbar aber dank der hohen Auflösungen/Kontrastumfang der Kameras sowie der Bildbearbeitung sind diese heute nicht mehr zwingend notwendig. Es gibt hier die ND-Filter (ND = Neutraledichte) oder auch Graufilter. Sie verdunkeln mein Bild bzw. lassen weniger Licht durchs Objektiv in die Kamera. Der Vorteil, ich kann somit längere Belichtungszeiten wählen. Dies erlaubt mir kreativ zu werden und z.B. Wasser im Bild als fliesend einzufangen.

Weiter gibt es noch Farb- und Verlaufsfilter. Verlaufsfilter haben, wie der Name schon sagt, einen Verlauf von grau und transparent und können so gerade bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergänge eingesetzt werden. Dadurch wird der Himmel abgedunkelt und mein Untergrund bleibt nicht dunkel und kann länger belichtet werden. Farbfilter machen genau das, was der Name schon sagt. Sie bringen Farbe ins Bild. Diese meist gelb, roten oder orangefarbenen Filter setzt man bei Sonnenuntergänge gerne ein und färben den Himmel in der jeweiligen Farbe ein. Dank Photoshop spielen diese Filter aber kaum noch eine Rolle und verschwinden daher auch immer mehr aus den Geschäften.

Kleidung

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung! Diese „Weisheit“ trifft auch in der Fotografie zu. Je nach Einsatzgebiet empfehle ich eine Regenjacke, eine Wanderhose und Wanderschuhe. Eine Wanderhose ist bequem und auch sehr robust. Schmutz kann man aus hier einfach herauswaschen. Eine Regenjacke ist leicht und passt in jeden Rucksack aber bei einem regen bleibt man trocken. Wanderschuhe schützen vor umknicken und geben einen guten Halt. Zudem sind die meisten auch Wasserdicht oder zumindest Wasser abweisend. In der kalten Jahreszeit helfen dann noch Fleecejacke, Handschuhe und Mütze. Allgemein hilft im Winter der Zwiebellock, so kann man je nach Anstrengung etwas ausziehen ohne das man später am Ziel nassgeschwitzt ist.

Ein kleiner Tipp für sehr frostige Sonnenaufgänge, Wärmekissen für die Jackentaschen. So bleiben die Hände warm oder man kann sie sich schnell wieder aufwärmen. Immerhin besteht eine Kamera aus Metall und im Winter sind diese dann besonders kalt. Ein kleiner Tipp dazu noch oben drauf. Lasst bei der Kälte eure Akkus nicht in der Kamera, nehmt sie zu euch in die Jacken oder Hosentasche. Damit entladen sie sich nicht einfach bzw. ihr könnt mehr Bilder aufnehmen mit nur einem Akku.

Schaut doch auch einmal bei Facebook oder Instagram vorbei.

Der Objektiv-Einstieg

Immer wieder erreichen mich viele Nachrichten per E-Mail oder über die Sozialen Medien. Diese beantworte ich immer sehr gerne, deshalb hat es mich bekräftig dieses Thema in meinem Blog zu behandeln. Bevor ich euch nun die ersten Objektive empfehle, gibt es aber zuvor wichtige Dinge, die es zu beachten gilt.

Der Anschluss

Das erste und wichtigste ist der Objektivanschluss deiner Kamera bzw. deines Kamerasystems. Jeder Hersteller hat sein eigenen Objektivanschluss / Objektivbajonett oder auch Mount (Englisch: montieren oder anbringen) genannt, entwickelt.

Canon:

Canon hat seit 1987 das sogenannte EF-Bajonett, dieses unterteilt sich weiter in  EF, EF-S und EF-M. Seit 2018 hat Canon ein weiteres Bajonett für seine neue EOS-R-Kamera entwickelt (spiegelloses Vollformatsystem), das sogenannte RF-Bajonett. Das EF-M Bajonett (M = mirrorless also spiegellos) ist der neuste Anschluss bei Canon und gehört zu den neuen spiegellosen Kameras. Das EF-Bajonett ist der klassische Anschluss für Canon Vollformatkameras (z.B. Canon EOS 6D oder 5D). Dieses Bajonett passt allerdings technisch auch auf die APS-C Kameras wie der Canon EOS 800D. Das EF-S-Bajonett ist der Anschluss für Canon APS-C Kameras. Objektive mit diesem Anschluss passen zwar auch rein technisch auf den EF-Anschluss, aber an einer Vollformatkamera bekommt man dann nur den Ausschnitt eines APS-C Sensors. Noch gravierender ist, dass ein paar Objektive (insbesondere Ultra-Weitwinkel) manchmal weit nach hinten reichende Linsen besitzen, welche bei einem Anschluss an einer Vollformatkamera den Spiegel beschädigen kann. Dies ist der Grund warum Canon hier manche APS-C Objektive an Vollformatkameras mechanisch unterbindet. Das RF-Bajonett ist der aktuelle Anschluss für die Canon Systemkameras der R-Reihe. Die Information zwischen Kamera und Objektiv wird ausschließlich digital übertragen. Objektive der EF / EF-S Reihe können mittels Adapter an einer EOS R angeschlossen werden, umgekehrt ist dies nicht möglich. Das EF-M-Bajonett ist komplett inkompatibel.

Nikon:

Das F-Bajonett ist der universelle Objektivanschluss bei Nikon. Es dient dem Anschluss von Objektiven an analoge oder digitale Spiegelreflexkameras seit dem Jahr 1959. Aber ältere FX Objektive passen unter anderem nicht an die neuen Nikon APS-C Modelle wie z.B. der D5000. 2018 brachte Nikon, ähnlich wie Canon, ein komplett neues Z-Bajonett für spiegellose Kameras heraus. Dieses Bajonett ist aber völlig inkompatibel zu allen alten Bajonetten von Nikon.

Fuji:

Für die Kameras der X-Serie hat Fujifilm ein eigenes digitales Kamerasystem mit entsprechendem Objektivanschluss entworfen, dieser Anschluss wird als X-Bajonett bezeichnet wird. Dieses ist ausschließlich für APS-C Kameras gedacht.

Sony:

Sony hat zwei völlig zueinander inkompatible Anschlüsse. Das A-Bajonett (Minolta-AF-Objektive) und das E/EF-Bajonett. Sony bietet Adapter zur Anpassung vom A-Mount zu dem E-Mount. Dies ist an sich sehr Kundenorientiert aber auch hier liegt der Teufel im Detail. Metallringe schließen Objektive nur an die Kamera an, aber erlauben jedoch keine Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv. So muss man bei diesen Adaptern auch manuell fokussieren. Selbst die teuren elektronischen Adapter bieten nicht dieselbe Leistung wie das passende Objektiv. In vielen Fällen kommt es zu längeren Autofokuszeiten, manchmal zu Problemen beim Scharfstellen. Sony räumte gegenüber dem amerikanischen Fotofachmagazin DPReview auch ein, dass keiner seiner Adapter – weder bei Fremdobjektiven noch bei seinen eigenen A-Bajonett-Objektiven den Augen-Autofokus noch die Motivverfolgung unterstützen.   

Olympus/Panasonic:

Micro Four Thirds (kurz: MFT) bezeichnet einen im Wesentlichen von den Unternehmen Panasonic und Olympus entwickelten Anschluss für spiegellose Systemkameras. Es ist ein offener und abgestimmter Standard für Systemkomponenten wie zum Beispiel Objektivanschlüsse.

Die Brennweite und Crop Faktor

Brennweiten im Vergleich

Der zweite wichtige Punkt ist die Brennweite in Zusammenhang mit dem Crop-Faktor (Crop = Englisch beschneiden). Der Begriff der Brennweite geht zurück in die Frühzeit der Optik. Damals unterschied man Linsen unter anderem durch den Abstand, welcher nötig war, damit die Linse ein punktförmiges Abbild der Sonne auf ein (brennbares) Objekt warf. Der Abstand zwischen Linse und diesem Brennpunkt war dann die Brennweite. Heute nutzt man zur Bestimmung der Brennweite nicht mehr die Sonne, aber die Begriffe sind die gleichen geblieben.

Der Cropfaktor von APS-C Kameras

Du kaufst dir ein 50mm Objektiv und stellst fest, dass du doch keinen Bildausschnitt von 50mm hast, sondern rund 80mm. Wie kommt das? APS-C Kameras haben einen kleineren Sensor als Vollformat Kameras. Das bedeutet wiederum, dass deine Kamera einen Crop-Faktor hat. Nikon- (z.B. D3500/D5600/D7500)  und Sony-Kameras (α6000/α5000) mit APS-C-Sensor haben einen Crop-Faktor von 1.5, Canon-Kameras (z.B. 2000D/800D/80D) mit APS-C-Sensor einen Crop-Faktor von 1.6. Um euch noch weiter zu verwirren gibt es seit 2008 noch ein weiteres System, das sogenannte Micro Four Thirds (Olympus und Panasonic). Hier beträgt der Crop-Faktor 2.0! Achte zudem auf die Brennweite: Kleine Brennweiten (z.B. 16mm oder 24mm) zeigen viel meiner Umgebung und heißen daher auch Weitwinkel oder Ultraweitwinkel, große Brennweiten (z.B. 200mm) holen entfernte Objekte nah an mich heran und heißen auch Tele. Ein weiterer Begriff bei Brennweiten stellen die Fish-Eye Objektive. Diese haben das typische Fischaugen Format und haben meist Brennweiten von 8mm bis 10mm. Ein großer Nachteil dieser Objektive sind die stürzenden Linien, besonders am Rand des Bildes.

Lichtstärke

Festbrennweite 50mm f1.4

Sie ist das größte mögliche Verhältnis zwischen Blendenöffnung und Brennweite – je kleiner die Zahl (z.B. f1.4), desto mehr Licht fällt auf meinen Sensor in der Kamera. Als Beispiel steht die Bezeichnung 50mm 1:1.4 für die verfügbare Blendenöffnung des Objektives. Dies wird auch mit dem Begriff Lichtstärke bezeichnet. Je kleiner die Zahlen hinter dem Doppelpunkt, desto mehr Licht kann maximal durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera einfallen. Bei sogenannten Reisezoom Objektiven wie das „Sigma 18-300 mm F3.5-6.3“ bezieht sich die Blendenzahl 3.5 auf die kleinste Blende des Objektives bei der kürzesten Brennweite von 18mm. Die Blendenzahl 6.3 auf die kleinste Blende des Objektivs bei der längsten Brennweite von 300mm. Je kleiner die Blendenzahl, desto offener die Blende. Je größer die Blendenzahl, desto geschlossener.

Naheinstellgrenze

Die minimale Fokusdistanz oder auch Naheinstellgrenze ist der Mindestabstand, den du zu deinem Motiv (von der Frontlinse des Objektivs aus gesehen) haben musst, um es scharf ablichten zu können. Wichtig ist dies besonders in der Makrofotografie.

Objektive für Einsteiger

Canon

Normal kauft man mit der ersten Spiegelreflexkamera ein Standard Kit Objektiv (EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS STM) gleich mit. Zu Beginn reicht dies vollkommen aus. Mit der Zeit steigen die eigenen Ansprüche und somit auch die Ansprüche an das Objektiv. Als Ersatz für das Standard-Kit Objektiv empfehle ich das Sigma AF 17-50mm f2.8 EX DC OS HSM (ca. 250€). Ein sehr guter Allrounder für unter 400€ wäre das Canon EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS STM. Zum Fotografieren von Landschaften wäre eine sinnvolle Erweiterung ein Weitwinkelobjektiv (z.B. Sigma EX 10-20mm F/3,5). Wer es einfacher mag, dem empfehle ich den Kauf eines Reisezoom Objektives wie z.B. das Sigma 18-300 mm F3.5-6.3 DC Makro OS HSM. Hier hat man eine Brennweite von 18 mm bis 300 mm in einem einzigen Objektiv. Aber man muss auch hier Abstriche hinnehmen, wie z.B. bei der Auflösung oder der Schärfe.

Als Einstieg rate ich vom Kauf einer Festbrennweite ab. Im späteren Verlauf der Fotografie haben sie ihre Vorteile, aber wie der Name sagt, besitzen sie nur eine feste Brennweite. Ihr Vorteil ist aber ihre Lichtstärke. Der Klassiker ist hier das 50mm Canon EF 50mm f/1.8 STM für rund 120€.

Sony

Wer sich für das System von Sony entschieden hat, wird schnell feststellen, dass es keine wirklich günstigen Objektive zum Einstieg gibt. Neben dem Kitobjektiv (18-55 mm, F3.5-5.6) empfehle ich als universal Objektiv zum Einstieg das 18-135mm f/3.5-5.6 (530€). Bei den Weitwinkelobjektiven sieht es im preisgünstigen Segment sehr schwierig aus. Hier kann man sich entscheiden zwischen einem günstigen 20mm f2.8 für 299€ oder dem 10-18mm f4 für schon stolze 690€. Eine günstige Festbrennweite für z.B. Portraits wäre auch hier das 50mm f1.8 (188€). Wer bei Sony etwas offen ist, dem empfehle ich auch den Blick zu Tamron oder Sigma.

Nikon

Das Nikon Objektivportfolio ist riesig und wie bei Canon kann man das System mit Objektiven von Sigma und Tamron erweitern. Neben dem Kitobjektiv (18-55 mm, F3.5-5.6) empfehle ich als Reisezoom das 18-300mm f/3.5-6.3 (540€). Bei den Weitwinkelobjektiven im preisgünstigen Segment gibt es für 280€ das 10-20mm f.5-5.6. Als Ersatz für das Standard-Kit Objektiv empfehle ich das Sigma AF 17-50mm f2.8 EX DC OS HSM (ca. 295€). Die klassische 50mm f1.8 Festbrennweite für z.B. Portraits gibt es für rund 200€.

Olympus / Panasonic

Grundsätzlich sind alle Micro Four Thirds Objektive kompatibel an den Kameras von Olympus und Panasonic. Die Objektive gibt es häufig ähnlich sowohl von Olympus als auch von Panasonic. Aber Achtung: Objektive von Olympus haben meist keinen eigenen Bildstabilisator. Dies liegt daran, dass in Olympus-Kameras bereits einen Bildstabilisator verbaut ist. Bei Panasonic ist das nicht immer der Fall und so sind den Objektive von Panasonic oft Bildstabilisatoren integriert. Objektive von Tamron oder Sigma mit MFT-Anschluss kannst du bedenkenlos nutzen. Meine Empfehlung im Reisezoombereich wäre das 14-140mm f3.5-5.6 für 599€, als Festbrennweite empfehle ich das 45mm f1.8 für 260€ oder das 25mm f1.4 (Crop-Faktor berechnet 50mm) für 450€.

Fuji

Wer bei Fujifilm günstige Objektive mit Zoom sucht wird leider komplett enttäuscht. Das eigene Sortiment ist sehr dünn aufgestellt und man bekommt mehr Festbrennweiten. Hier kann ich daher nur das 18-135mm f3.5-5.6 für 769€ empfehlen oder das 35mm f2.0 für 199€. Um das Portfolio etwas zu verbessern lohnt sich vielleicht auch der Blick bei den Firmen Meike, Zeiss und 7Artisans.

Reinigung von Objektiven

Reinigungspinsel

Reinige deine Objektive regelmäßig, um Bildfehler durch Schmutz auf den Linsen zu vermeiden. Für den groben Schmutz kannst du einen feinen Pinsel oder einen Blasebalg nutzen. Das Gehäuse kannst du mit einem normalen Mikrofasertuch abwischen und auch reinigen. Schmutz im Filtergewinde entfernt man am besten mit einem Wattestäbchen. Die Frontlinse reinigt man mit einem sauberen Mikrofasertuch oder einem Reinigungsstift.

Die Lagerung von Objektiven

Hier hat so jeder seine Vorlieben. Es ist aber egal ob sie stehend oder liegend gelagert werden. Objektive sollten aber immer Trocken und bei Raumtemperatur gelagert werden. Nach Möglichkeit auch immer Staubgeschützt in einem Objektivköcher oder in einer Kameratasche bzw. Rucksack.

All diese Empfehlungen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen oder denen meiner Kollegen. Von den jeweiligen Firmen bekomme ich kein Geld und auch sonst keine Unterstützung für diesen Bericht.