Planung ist alles?

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Ich werde immer wieder gefragt wie ich zu meinen Bildern kommen, wie ich meine Touren plane und woher ich weiß, wo, wann die Sonne, der Mond auf- bzw. untergeht. Oder wie ich vorsehersehen kann, ob es Nebel geben wird und wie viel.

wetterDie meisten dieser Informationen sind nicht schwer in der heutigen Zeit zu bekommen. Dank des Internets kann man mit wenigen Klicks nach dem Wetter schauen und sich dort neben den Temperaturen, die wichtigeren Daten für die Fotografie herausziehen wie Wind, Wolken (hohe oder tiefe), Luftdruck, Luftfeuchte oder die Sonnenstunden zur gewünschten Uhrzeit. Wozu sind diese Informationen denn wichtig wenn ich Fotos machen möchte? Reicht hier nicht einfach die Infotmation, ob die Sonne scheint oder nicht?

Am Anfang der Fotografie wünscht sich jeder einen tollen strahlend blauen Himmel aber mit der Zeit distanziert man sich mehr und mehr davon und wünscht sich Wolken um mehr Dynamik in den Bildern zu erzeuchen. Hierfür ist die Inforamtion über die Wolken wichtig, tiefe Wolken verhindern den Blick auf die auf oder untergehende Sonne und sind damit störend. Hohe Wolken hingegen blockieren nicht den Blick auf die Sonne und bieten mehr Details im Bild, mit etwas Glück können sich diese auch durch die Sonne einfärben.

Soll es Nebel sein? Dann sind die Daten vom Luftdruck und der Luftfeuchte wichtig. Je höhr der Luftdruck und die Luftfeuchte, um so wahrscheinlicher ist das auftreten von Nebel. Aber Vorsicht, zu hohe Luftfeuchtigkeit bedeutet auch Regen 😉 So sollte man ruhig auch ein kurzen Blick auf die Regenwahrscheinlichkeit legen.

sonneAll diese Informationen sind aber nur Schall und Rauch wenn man noch nicht weiß wo und was man fotografieren möchte. Das Wetter muss zur jeweiligen Location passen, also am besten immer die Wetterdaten von lokalen Wetterstationen beachten da diese viel genauer sind. Für Nebel sind Standpunkte am besten die höher liegen, da man sonst mitten im Nebel ist und so keine Sicht bekommt auf die Motive. Hat man eine Position auf einem Berg als Beispiel, kann man über den Nebel stehen und hat ihn so vor und unter sich wie ein Meer aus Wasser vom Strand betrachtet. Möchte man den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang fotografieren, sollte man auch schauen, ob es Hindernisse (Berge, Wälder oder Häuser) gibt, die den Blick auf die Sonne verhindern. Wann genau geht die Sonne unter oder auf an den jeweiligen Standpunkt. Auch für diesen Fragen gibt es im Internet passende Seiten um diese Informationen zu bekommen bzw. auch Apps für das Smartphone.

wegNun wissen wir wann der Sonnenaufgang ist und wie das Wetter an dem Ort ist. Jetzt fehlt nur noch der Plan für die Tour zum Fotostandpunkt. Wo ist der Weg und wie lange brauche ich bis zum Ziel. Diese Fragen kann man einfach beantworten, wenn man das Ziel schon einmal vorab besucht hat. Dies ist die beste und sicherste Methode für die Tour. Hat man nicht die Zeit alle Ziele vorab zu besuchen, sind hier auch Navigationsgeräte, Wanderkarten bzw. Apps sehr hilfreich. Wichtig ist hier, sich immer einen gewissen zeitlichen Puffer zu geben, um sicher und pünktlich am Ort anzukommen. Die bekannteste und einfachste Lösung bietet hier Google Maps, es berechnet schnell die Zeit für die Route bis zum Ziel, zieht dabei Tag, Uhrzeit und Verkehrsaufkommen in die Zeitberechnung mit ein.

Nach all diesen Planungen kann es trotzdem vorkommen und es wird auch vorkommen, dass das Wetter nicht mitspielt oder es nicht alles klappt wie man es sich ausgedacht hat. Hier hilft aber mit der Zeit die Erfahrung, so kann ich mittlerweile sehr gut einschätzen wie das Wetter sich verhalten wird, wohin die Wolken ziehen und ob sich das frühe aufstehen lohnen wird. Eine kleine Empfehlung von mir wäre hier zu euren Bildern sich notizen zu machen wie an diesem Tag das Wetter war, so erstellt man sich mit den Jahren eine großartige Datenbank!

Bei all diesen Planung vergesset aber bitte nicht auch einfach einmal rauszugehen und den Moment zu genießen. Auch ungeplant findet man tolle Fotomotive, die man so nicht gesehen hätte…

Weesenstein im Herbst

IMG_3623-Pano-1++-ps-kleinAm Wochenende zeigte sich der Herbst noch einmal von seiner schönsten Seite – Sonnenschein und blauer Himmel. Jedoch die Temperaturen haben schon verraten, dass wir uns doch schon dem Winter entgegen bewegen. Knappe 7°C waren es am Tage nur in Weesenstein.

Mein Ziel diesmal war ein etwas versteckter Fotopunkt, den ich mir schon im Sommer mehrfach angesehen habe. Dieser wirkte aber im Sommer nicht so wie ich es mir gewünscht hatte also habe ich bis jetzt auf den Herbst gewartet, damit ich die vielen bunten Farben der Blätter mit einfangen konnte um dem Bild die richtige Stimmung mitgeben zu können. Die hier noch sehr hochstehende Sonne ließ zudem die Blätter vor mir hell erleuchten. Als kleines Highlight wollte ich dann noch die Sonne etwas anschneiden damit die typischen Sonnenstrahlen entstehen.

Sonnenaufgang am Raubschloss (Sӓchsische Schweiz)

Der Winterstein wird auch als Hinteres Raubschloss bzw. als Raubstein bezeichnet.

IMG_0827-1-klein-psDie Tour zum Sonnenaufgang ging dieses mal um 3:30uhr mit dem sanften Klingeln des Weckers in Dresden los. Schnell alles notwendige erledigt, Rucksack mit Kamera gegriffen (welcher schon am Abend gepackt wurde) und los ging es in die Sӓchsische Schweiz. Die Normale Fahrzeit betrӓgt hier eine gute Stunde vom Zentrum in Dresden bis nach Bad Schandau. Dann je nach Tempo noch 1 Stunde zum Ziel laufen und Kamera wieder aufbauen. Diesmal kam ich aber schon vor dem losfahren, auf dem Weg zum Auto in eine Verkehrskontrolle – voller Verwirrung und Entsetzen, dass um diese Zeit schon jemand mich anspricht entgegnete ich dem netten Herren von der Polizei mit einem sehr fragendem Gesicht. Dieser fragte mich unbeirrt und anscheind sehr munter nach dem Ziel meines Weges. Meine freundliche Antwort kam prompt mit Stativ in der Hand: „fotografieren“ – Der Polizist: „Um diese Zeit? Es ist doch noch dunkel“ Naja nachdem wir beide irgendwie plötzlich verwirrt waren was der andere von einem nun will und vort hat, gingen wir jeder seines Weges weiter.

Das Raubschloss in der Hinteren Sӓchsische Schweiz  liegt auf einem 389 Meter hohen Gipfel. Einst befand sich an dieser Stelle eine mittelalterliche Felsenburg, von der noch kleine Reste wie ausgehauene Treppenstufen und die Zisterne erkennbar sind. Erstmals erwähnt wurde die wahrscheinlich im 13. Jahrhundert errichtete Burg im Jahr 1379 als böhmischer Pfandbesitz. Sie ging 1404 in sächsischen Besitz über, war aber bereits um 1450 verfallen. Heute kann das Gipfelplateau über Stiegen und Leitern gut erreicht werden.

Sonnenaufgang an der Häntzschelstiege

IMG_9225-Pano-1++-ps-kleinAm Samstag ging es nach einer (für mich gesehen) längeren Pause wieder in die Sächsische Schweiz zum fotografieren von einem Sonnenaufgang. Das Ziel diesmal sollte die Häntzschelstiege sein.

Rudolf Häntzschel – der erbauer und Namensgeber dieser Kletterstiege erbaute diese Steiganlage aus eigener Initiative, ohne offizielle Erlaubnis in dem Jahr 1960. Die Stiege überwindet auf einer knappen Länge von ca. 700m einen Höhenunterschied von rund 160 Metern. Aktuell kann man 516 Stufen zählen beim klettern. Die Häntzschelstiege wird als schwere Steiganlage eingestuft, Kindern wird die Benutzung einer Sicherung empfohlen und es ist nur der Aufstieg gestattet.

Vom Parkplatz am Beuthenfall im Kirnitzschtal benötigt man für die Wanderung und dem Aufstieg an der Steiganlage ca. eine Stunde bis zum obersten Punkt. Die Parkgebühr am Beuthenfall beträgt 4€ für den ganzen Tag. Der Rückweg kann je nach wunsch über die Wilde Hölle erfolgen oder mit kurzem umweg zur Idagrotte und wieder zurück zum Beuthenfall gehen. Je nachdem wie viel Zeit und Lust man selbst zum Wandern hat, kann die Tour auch weiter ausgedehnt werden indem man weitere Ziele wie z.B. die Schrammsteinaussicht oder die Carolaausicht mit einbaut. Beide Ziele lohnen sich ebenfalls sehr.